Conil de la Frontera

Conil ist mit seinen weissen Häusern, verwinkelten Gassen und Blick auf den tiefblauen Ozean hübsch anzusehen. Doch nicht nur optisch hat Conil einiges zu bieten: Die Strände sind fein und sauber sowie nicht überfüllt, das Meer ist warm genug für ausgiebiges Schwimmen und die Wellen erlauben erste Surfversuche. Da die Touristen mehrheitlich aus Spanien stammen, hat man zudem die Möglichkeit, ein wenig in die spanische Lebenskultur einzutauchen und die Spanischkenntnisse aufzufrischen.

DSC00270

DSC00284

Was ich von den Spaniern gelernt habe:
Offenheit! Die Spanier sind ein ausserordentlich offenes, kommunikatives und lebensfrohes Volk. Kaum tritt man auf die Strasse, wird man von Fremden in ein Gespräch verwickelt, und wer nur minimal Spanisch spricht (ich), kommuniziert eben mit Händen und Füssen und Brocken in Französisch und Englisch. So habe ich beispielsweise eines Abends im Restaurant einen älteren Herrn aus Conil kennengelernt, der mir zum Abschluss des angeregten, wenn auch aufgrund der Sprachbarriere etwas wirren Gesprächs frische Feigen aus seinem Garten brachte. An einem anderen Tag habe ich am Strand einen Coniler Pizzaiolo aufgegabelt, dessen Abuela uns kurz darauf über den Weg lief und mich sogleich umarmte und auf die Wange küsste und mit mir zu plaudern begann. Auch die Serviceangestellten sind generell um Welten freundlicher als in der Schweiz und überhäufen einen mit Komplimenten. Wenn man auf der Strasse jemanden nach dem Weg fragt, nehmen sich alle Zeit für ausführliche Antwort und Erklärung und versäumen es auch nicht, einen noch zu fragen, woher man käme, wie einem Conil gefalle und wo man sonst noch so gewesen sei in Spanien. Selbst während dem Schwimmen im Meer lernt man die Menschen rechts und links von einem kennen, beispielsweise ein Vater-Tochter Duo aus Madrid, beide Fans von Schweizer Schokolade. Kurz: Man ist in Conil nie allein, wer plaudern will, der kann. Und ansonsten schliesst man sich am Besten in die Wohnung ein, wobei man wohl nicht einmal dort sicher ist…

Persönlich hat mir das sehr gefallen, denn ich finde Gespräche mit Fremden immer sehr bereichernd, da es oft Menschen sind, die ich unter anderen Umständen nicht kennengelernt hätte. Ich habe mir nun vorgenommen, diese Offenheit in die Schweiz mitzunehmen und einfach einmal ein Gespräch zu beginnen (auf die Gefahr hin, dass die Schweizer denken, ich sei verrückt geworden, schliesslich ist das Plaudern mit Fremden hier eher weniger verbreitet).

DSC00595.JPG

DSC00667

Was man als VeganerIn so essen kann:
Conil ist, wie wohl so viele Dörfer am Meer, kulinarisch sehr auf Fisch und Meeresfrüchte fixiert. Alternativ ist auch Fleisch oft in ihrer Küche vertreten. Dies ist natürlich keine optimale Ausgangslage für VeganerInnen, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg ;-). Zum Frühstück bietet sich ein Besuch des Mercado Municipal an, der frische und reife Früchte aus der Region zu günstigen Preisen verkauft. Als Snack zwischendurch bietet sich ein frischgepresster Zumo de Naranja an, den gibt es in fast jedem Café und somit an jeder Strassenecke (und auch am Strand in den Chiringuitos). Mittags und Abends habe ich entweder gekocht (Gemüse, Reis, Teigwaren und Co. aus dem Supermarkt) oder auswärts gegessen. Es gibt einige italienische Restaurants, in denen ich mir Pizza Vegetariana sin queso bestellt habe. Ebenfalls eine gute Option ist es, in Restaurants mit traditionell spanischer Küche nach Arroz con Verduras zu fragen, dann kriegt man eine Art Paella, einfach mit mehr Gemüse anstatt Meeresfrüchten oder Fleisch. Salate gibt es überall und einzelne Restaurants bieten extra vegane Gerichte wie Quinoa mit Gemüse oder Gemüse vom Grill an. Zum Dessert habe ich mir hin und wieder Churros gegönnt (ich wusste zuvor gar nicht, dass Churros vegan sind! Tatsächlich bestehen sie nur aus Mehl, Wasser und Salz und werden in Öl frittiert und in Zucker gewendet).

DSC00608

DSC00675

DSC00713

DSC00841DSC00877

DSC00904

Kurzum, Conil ist ein Paradies für alle, die warmes Klima, Meer, eine offene Kultur und ein fröhliches Miteinander (am Strand gibt es eine lustige Mischung aus Familien und jungen Partygängern, die sich gerne schon ab 17 Uhr mit lauter Musik und Shots auf die Nacht einstimmen) sowie gutes (veganes oder nicht veganes) Essen schätzen. Es lohnt sich, auch mal früh aufzustehen und an den Strand zu gehen, wenn die Sonne hinter den Hügeln aufgeht und das Meer golden glitzern lässt – eines der schönsten Gefühle überhaupt, in flüssigem Gold zu baden und nach dem kühlen Nass am noch menschenleeren Strand einen Spaziergang zu machen. Ansonsten aber gleicht man sich am Besten dem spanischen Tagesablauf an (Mittagessen ab 14 Uhr, Abendessen ab 20.30), ansonsten bekommt man unter Umständen nichts zu Essen in den Restaurants ;-).

Hasta luego, Conil!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s