Die Faszination des Meeres

Ich vermisse das Meer. Das Meer fühlt sich an wie eine Umarmung, wie eine riesige weiche Decke, die mich umhüllt. Im Meer erreiche ich den Zustand der Schwerelosigkeit, der vollkommenen Ruhe – ein Zustand, den ich durch Yoga und Meditation immer erreichen wollte, aber nie erreichte. Das Meer reinigt mich, es trägt alle Gedanken weit hinaus zum Horizont und ich werde eins mit der Natur, mit der Ewigkeit. Ich fühle mich leer und leicht, wenn ich von den Wellen hinausgetragen werde, immer weiter weg vom Strand und immer näher zum wolkenlosen Himmel, der hier draussen so unendlich gross erscheint. Und ich fühle mich so, als sei ich endlich angekommen. Angekommen zuhause. Angekommen an meinem Platz auf dieser Welt. Das Schöne daran, das Meer als Zuhause zu empfinden, ist, dass man frei umherreisen kann und trotzdem zuhause ist. Denn das Meer ist überall – es ist nicht überall gleich, manchmal ist es wild und aufbrausend, manchmal sanft und ruhig – aber überall empfängt es mich mit der gleichen Offenheit, überall macht es mich unendlich glücklich. Und unendlich traurig, wenn ich es wieder verlassen muss.

Wenn ich am Meer bin, verbringe ich den ganzen Tag im Wasser. Die schönsten Momente sind früh morgens und spät abends. Am Morgen leuchtet das Meer golden, wenn die Sonne hinter den Hügeln aufgeht, der Strand ist menschenleer und alles ist ruhig. Es ist, also würde die Welt gemeinsam mit mir aufwachen, sich langsam an das Tageslicht gewöhnen und sich von den ersten Lichtstrahlen wärmen lassen. Am Abend glitzert das Meer in der Sonne, während sie am Horizont immer tiefer sinkt und schliesslich verschwindet. Das Meer verändert sich, während die Lichtquelle schwindet, es wird zuerst heller als am Tag und glänzt und glitzert – und Minuten später ist es nachtblau, dunkel und fühlt sich tief und schwer an. Es ist, als sei das Meer ein Charakter, eine eigenständige Persönlichkeit, die die Höhenflüge und Talfahrten des Lebens kennt, die euphorisch und freundlich, wild und stürmisch, melancholisch und ruhig sein kann.

Zurück in meerlosen Gefilden wie der Schweiz überkommt mich eine Leere. Es fühlt sich an, als fehle mir etwas, etwas in der Grösse des Ozeans. Und am liebsten würde ich sogleich weiterziehen, ans Meer, meinen Ort der Zuflucht. Nicht mehr lange, und ich werde wieder eins sein mit dem Ozean. Nicht mehr lange, und ich werde wieder seine ungeheure Kraft spüren können und mich von den Strömungen treiben lassen. Und bis dahin schwelge ich in Erinnerungen an das Meer, meine grosse Liebe.

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