IDGAF: Übungen aus dem Alltag pt. 1

Wie bereits in diesem Artikel erörtert, kommt man leichter durchs Leben, wenn man aufhört, sich um die Meinungen anderer über das eigene Handeln zu scheren. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan. Vor allem, da wir von klein auf darauf ausgerichtet werden, anderen zu gefallen und keinesfalls negativ aufzufallen. Deshalb habe ich nun die Reihe „IDGAF: Übungen aus dem Alltag“ ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, mithilfe von Selbstübungen im Alltag dieses Bedürfnis, anderen bzw. allen gefallen zu wollen im Keim zu ersticken. Denn dieses ständige Nachdenken über was unsere werten Mitmenschen wohl denken mögen, hindert uns in unserem produktiven Flow, es schränkt unsere Kreativität ein und macht unglücklich. Also Schluss damit.

Die erste Übung, die ich mir selbst auferlegt habe (und euch hiermit zum Nachahmen animiere): Anziehen, was gefällt. Egal, ob dies gemäss gängigen Standards overdressed, underdressed, zur falschen Tages- und Nachtzeit, zu bunt, zu langweilig, zu was auch immer ist. Hauptsache, du fühlst dich wohl darin und du trägst worauf du Lust hast. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich unbewusst nicht für das entscheide, worauf ich eigentlich Lust hätte, sondern für was ich als passend empfinde. Nun versuche ich dieses Denkmuster zu durchbrechen. Beispielsweise trage ich den glänzenden Morgenmantel mit Bärenprint (zu sehen im oben erwähnten Artikel) am helllichten Tag zum Einkaufen im Quartier. Manche Leute grinsen, die meisten nehmen mich allerdings gar nicht wahr. Irgendwie beruhigend. Ein anderes Beispiel ist das pinkfarbene Sommerkleid, welches ich mir in Spanien in den Ferien gekauft habe. Es ist aus sehr leichtem, dünnem Baumwollgewebe gefertigt und war daher perfekt für laue Sommerabende oder als Strandüberwurf. Allerdings ist es auch ziemlich durchsichtig, zumindest je nach Licht. Man sieht wirklich alles. In Spanien hat mich dieser Umstand nicht gross gestört bzw. ist mir auch gar nicht aufgefallen, in Strandnähe scheinen dort alle in so leichten Stöffchen rumzulaufen, wenn nicht sogar nur im Bikini. Hier hingegen musste ich mich anfangs sehr überwinden, um dieses Kleid anzuziehen. Ich hatte Angst, die Leute könnten es als zu freizügig empfinden, ich hatte Angst vor catcalls und davor, angestarrt zu werden. Aber dann dachte ich mir: Warum ist es mein Problem, wenn die Gesellschaft so verklemmt ist und den nackten Körper sexualisieren muss, bis es nicht mehr geht, obwohl es doch das Natürlichste der Welt ist? Antwort: Es ist eben nicht mein Problem! Ganz und gar nicht. Ich habe es bis anhin fälschlicherweise für mein Problem gehalten, ich machte es bloss zu meinem Problem, aber das tue ich ab jetzt nicht mehr. Wenn sie sich über meine Bekleidung echauffieren möchten, sollen sie das doch tun. Ich geniesse derweil die warmen Tage in luftiger Kleidung und trage das, was mir gefällt. Mind your business, liebe Leute!

Wichtig ist zu erkennen, dass minding your business zwei Aufgaben beinhaltet. Einerseits heisst es, das zu tun, was dir passt und dich auf dich selbst und deine Bedürfnisse und Wünsche zu konzentrieren, wenn du dich anziehst. Es bedeutet aber auch und vor allem, dass du andere nicht aufgrund ihres Aussehens wertest oder dir ständig Gedanken über andere und deren Handlungen machst. Nicht nur sollte deine Handlung unabhängig von der Meinung anderer sein, sondern dein Kopf frei von Gedanken über – und Vergleichen mit – anderen. Leben und leben lassen. Denn oftmals sind wir gerade deshalb so damit beschäftigt, was andere über uns denken mögen, weil wir selbst ständig unsere Nasen in anderer Leute Angelegenheiten stecken und es nicht lassen können, ihre Handlungen zu werten. Obwohl sie uns eigentlich rein gar nichts angehen. Wir verschwenden also Zeit mit diesen Gedanken und wir kreieren Angst, dass über uns auch so gedacht wird. Das ist auch der Grund weshalb Lästern hauptsächlich gegen die lästernde Person selbst gerichtet ist – sie erschafft eine negative Atmosphäre und hat Angst, dass man über sie in ihrer Abwesenheit ebenso schlecht reden könnte. Also: mind your business both ways and stop wasting time thinking about other people’s opinion about you or about other people’s business. Water your own grass.

Hier sind noch ein paar Fotos von mir und meinem Kleid. Wie man sieht, ist es je nach Licht durchsichtig, je nach Licht auch nicht. Wie man auch sieht, war es mir egal und ich war glückliche Trägerin des pinken Sommerkleids, not giving a single flying fuck. Noch dazu war ich stolz wie bolle, das getragen zu haben, was ICH wollte, nicht was ich dachte, was andere von mir erwarten.

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