Warum ich so hochmotiviert blogge / she is me pt. 2

Ich gestehe – ich bin selbst erstaunt darüber, wie leicht es mir fällt, täglich einen neuen Artikel zu verfassen. Und darüber, dass ich mich bisher noch nie gross dazu motivieren oder gar überwinden musste. Der Drang zum Schreiben war immer da, die Motivation kam ganz von alleine. Zum einen, weil ich hier meine Gedanken und Emotionen niederschreiben und reflektieren kann – es ist also wie eine Art Psychotherapie für mich.

Vor allem aber, weil das Schreiben mein Leben wieder mit Sinnhaftigkeit erfüllt. Weil es die Löcher der Langeweile stopft. Weil es mich antreibt und motiviert, es ist das, was sich richtig anfühlt momentan. Ich wusste seit Monaten, dass mir etwas fehlt. Eigentlich war alles ganz wunderbar – ich liebe meinen Job, meine Freunde, meine Freizeitaktivitäten, ich mache mit Vergnügen Sport, ich konnte sogar hin und wieder in interessante Städte oder ans Meer reisen… Aber ich verspürte eine innere Leere. Ich wusste bloss nicht, woher sie kam, was noch fehlte zu meinem Glück. Wann immer ich mein Leben von aussen zu betrachten versuchte, hatte ich alles, was ich mir je hätte wünschen könnte. Und da ich bereits aus Erfahrung wusste, dass materielle Dinge ein inneres Leeregefühl niemals bekämpfen können, habe ich nach einem anderen Weg gesucht. Ich begann, die Leere mit Männern füllen, ich versuchte das Loch mit ihrer Bewunderung, ihrer Zuneigung zu stopfen. Aber es half nichts. Es half nichts, weil ich ihre Bestätigung gar nicht brauchte. Ich liebte mich selbst und das war mir Liebe genug. Noch immer hatte ich das Gefühl, das mir etwas fehlt, wie wenn ein Teil von mir verloren gegangen wäre. Und nach Monaten des sinnlosen rumtinderns habe ich endlich realisiert, dass es eine intellektuelle Leere war, eine Leere, die das Fehlen einer Leidenschaft ausdrückte. Dass ich nicht die Zuneigung von Männern vermisste, sondern das Schreiben. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, schon seit Jahren, der ich in letzter Zeit viel zu wenig Beachtung geschenkt habe. Jetzt, da ich endlich weiss, wie ich das Loch stopfen kann, mache ich mich natürlich mit vollem Elan daran. Das Schreiben ist alles, was ich momentan tun möchte. Es fühlt sich so richtig an, so gut. Ich könnte Tage damit verbringen, Wochen, Monate.

Mein Bruder gab mir zwei Wochen. Dann sei die anfängliche Euphorie über das Schreiben und den Blog vorbei und ich würde mich wieder anderem widmen. Ich gab mir, aus einer Trotzreaktion heraus, ein Jahr. Durchaus ambitioniert, das wusste ich. Aber jetzt sind schon mehr als 20 Beiträge veröffentlicht und ich bin nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zufrieden mit den Texten. Vor allem aber bin ich zufrieden mit meiner neu erlangten mentalen Stabilität, mit dem Gefühl, vollkommen in der Gegenwart verwurzelt zu sein, wann immer ich schreibe. Das Schreiben hat ein Feuer in mir neu entfacht, das hell lodernde Feuer einer Leidenschaft, die vor einiger Zeit vergessen ging. Ich tue, was ich liebe. Und wenn sich das, was ich liebe, in Zukunft ändern wird, so werde ich ändern, was ich tue. Ich mache mir in dieser Hinsicht keinen Druck. Die Suche nach Erfüllung und Sinnhaftigkeit wird wohl nie zu Ende sein beziehungsweise immer wieder von vorne beginnen. Und so bin ich dankbar, dass ich gefunden habe, was mich momentan erfüllt und glücklich macht.

P.S. Anbei ein Text, den ich vor einiger Zeit schrieb – in der Phase, in der ich die Leere in mir fälschlicherweise mit Männern zu füllen versuchte. Ich hatte irgendwie nicht den Mumm, ihn zu veröffentlichen, aber in Retrospektive und mit etwas Abstand betrachtet scheint mir die Zeit reif dafür. Er hätte als Fortsetzung von diesem Artikel unter dem Titel „She is me pt. 2“ erscheinen sollen.

Sometimes, she who seems so strong becomes too lonely. Sometimes, her strength shatters into thousands of tiny pieces. Her inner emptiness starts to consume her. It is then that she desperately looks for comfort in men. It is then that she wants a man to be her home, her rock. And so she falls for a man easily, way too easily. She loses her good reasoning, telling her to go slow, to take it easy, to not text too much, to not seem obsessed, to calm down. “Calm the fuck down!” her mind screams but her heart does not listen, cannot listen. Her heart is already given away. Her heart has already taken control over her body, her emotions, it makes her wanna cry at night, weep in despair because she cannot have him, because she is so alone, because she thought he was the one and them meeting a sign of the universe. But he turned out to be just another man with a truckload of unresolved issues, a man with just one catch too many. And so she lays awake at night, wishing back her strong core that held her together and made her feel like she don’t need no man.

 

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