Das Studium als unvermeidlicher Teil meiner Zukunft?

Für mich war seit jeher klar, dass ich studieren werde. Nicht weil es von mir erwartet wurde oder man es mir aufgedrängt hätte – aber ich fand es die einzig logische Konsequenz. Schliesslich sollte ich die Matur nicht umsonst gemacht haben. So zumindest mein bisheriger Denkansatz. Doch kürzlich wurde mir gesagt – „Ich glaube nicht, dass du studieren wirst. Du bist zu alternativ ausgerichtet. Du wirst einen anderen Weg gehen, du willst es bloss noch nicht wahrhaben.“ Ich reagierte trotzig, warum sollte ich meine intellektuellen Kapazitäten ungenutzt lassen – die Schule fiel mir leicht, nichts steht meinem erfolgreichen Studienstart im Weg – nichts ausser ich selber mit meiner fehlenden Motivation. Ich begann, die Selbstverständlichkeit des Studiums zu hinterfragen. Nur, weil ich intelligent genug für ein Studium bin, nur, weil ich die Matur gemacht habe, heisst das noch lange nicht, dass ein Studium das richtige für mich ist. Zumindest momentan. Ich möchte reisen, die Welt sehen, unabhängig und frei sein. Vielleicht ist ein Studium genau das Richtige für diese Pläne, vielleicht auch nicht. Vielleicht würde mich auch eine Ausbildung meinen Zielen näher bringen, da ich schneller im Arbeitsleben ankomme als durch ein Studium und ich nach Abschluss der Ausbildung (in meiner Idealvorstellung) phasenweise arbeiten und phasenweise reisen kann.

Auf jeden Fall haben mein Bedürfnis, immer in Bewegung zu sein und ortsungebunden leben zu können sowie meine innere Unruhe meinen Blick geöffnet. Ich sehe nun mehr Optionen als zuvor, habe mehr Wahlfreiheit – aber auch die Qual der Wahl. Aber wer weiss schon, was die Zukunft bringt. Auch Menschen mit konkreten Plänen können es nicht mit Sicherheit wissen. Mein einziger, wenig konkreter Plan momentan ist, wegzugehen. Weit, weit weg von hier. Alles zu sehen, was es auf dieser Welt zu sehen gibt. Die Freiheit, die ich habe, zu nutzen. Vielleicht komme ich irgendwann ausser Atem, vielleicht komme ich irgendwann zum Stehen und schlage Wurzeln, bis dahin werde ich arbeiten und reisen, so lange ich kann – und nur zurückkehren, um Geld für weitere Reisen in die Kasse zu spülen. Ausbildungs- oder Studiumtechnisch wird sich früher oder später schon etwas ergeben. Und vielleicht mache ich auch einfach ein wenig Dies und Das, arbeite hier und da, bis mich meine Wege zu einer Arbeit führen, die mich erfüllt und die ich für längere Zeit ausüben möchte. Denn wie soll ich wissen, was mir gefällt, ohne es zuvor ausprobiert zu haben? Nicht nur die kerzengeraden, auch die kurvigen Strassen führen irgendwann einmal ans Ziel.

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