Kunstliebhaberin oder Kunstbanausin?

Man könnte meinen, ich sei eine wahre Kunstliebhaberin, so oft, wie ich in einem der zahlreichen Basler Museen anzutreffen bin. Museumsbesuche sind meiner Meinung nach ein prima Zeitvertreib an grauen Herbsttagen, und ich liebe die andächtige Ruhe, die in den Sälen herrscht – es ist fast so, als gehe die Zeit im Museum langsamer voran. Aber die Kunst an sich interessiert mich nicht wirklich.

Ich oute mich hiermit als Kunstbanausin. Ich gehe (von wenigen Ausnahmen abgesehen*) nicht ins Museum, um die ausgestellten Werke eingehend zu studieren und zu bewundern. Es gibt vereinzelt Werke, die mich berühren, faszinieren, mich in ihren Bann ziehen mit den Geschichten, die sie erzählen, mit ihrer Ästhetik. Aber das allermeiste, das in den Museen sein Dasein fristet, verschliesst sich mir in seinem künstlerischen Sinn. Und so schreite ich zumeist in zügigem Tempo durch die Ausstellung und verbringe mehr Zeit mit dem Beobachten gut gekleideter MuseumsgängerInnen als mit der Betrachtung der Kunstwerke. Dafür verweile ich mit Vorliebe ausgiebig auf einem der Sofas oder Sessel und hänge in Ruhe meinen Gedanken nach. Oder ich durchstöbere den obligaten Museumsshop, der zumeist ein Sammelsurium an faszinierenden Kuriositäten beherbergt. Eine weitere phänomenale Beschäftigung im Museum ist das Fotografieren – ich lasse mich mit Vorliebe auf besagten Sofas und Sesseln oder vor und neben Kunstwerken ablichten, die ich entweder als besonders schön, besonders hässlich oder besonders passend zu meiner Kleidung empfinde. Damit oute ich mich vor versammelter Museumsgesellschaft als Kunstbanausin, indem ich viele Stunden dafür aufwende, das perfekte Foto zu schiessen, was in starkem Kontrast zu den wenigen Minuten steht, die ich tatsächlich in den Ausstellungsräumen verbringe. Die Früchte meiner fotografischen Bemühungen können nun hier, in meinem digitalen Ausstellungsraum, bestaunt werden.

*Die aktuelle Ausstellung im Cartoonmuseum Basel (Christoph Niemann – That’s How!) ist äusserst empfehlenswert. Selten habe ich mich von einem Künstler so verstanden gefühlt in meinen Alltagssorgen, selten habe ich soviel gelacht beim Betrachten eines Werks.

DSC01524-2

DSC01680

DSC01556

DSC01707

DSC01740

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s