Sonntagsgeschichten

Wie bereits gestern erwähnt, weiss ich sonntags meist nicht so recht, was ich mit mir und meiner freien Zeit anfangen soll. Nach der morgendlichen Runde Sport, die heute ehrlicherweise nur knapp die zwanzig-Minuten-Marke knackte, und meinem geliebten Bananen-Dattel-Haferbrei zum Frühstück (hört sich an wie Kleinkindernahrung, könnte womöglich auch als solche herhalten, was dem kulinarischen Genuss allerdings in keinster Weise Abbruch tut), stellt sich die Frage, was denn jetzt mit dem Rest des freien Tages geschehen soll. Der strahlende Sonnenschein lässt es nicht zu, dass ich mich reinen Gewissens zurück ins Bett verkrieche und meine wohlverdiente Ruhe geniesse, also geht’s wohl oder über nach draussen. Für alle Aktivitäten, die auch nur eine Minute länger als eine Stunde dauern, bin ich allerdings entschieden zu faul. Die zündende Idee und Rettung in der Not kommt hier (schon wieder) in Form eines Marktbesuchs. Heute findet von 11-17 Uhr ein Kunstmarkt in der Markthalle Basel statt und mein Plan war, hin und zurück zu spazieren, was insgesamt akzeptable 30 Minuten dauert und mich zur Beruhigung meines Gewissens auch noch gleich der Sonne und frischen Luft aussetzt. Dieser Plan wurde umgesetzt und so betrat ich die Markthalle nach einem kurzen Fussmarsch in der Hoffnung, entweder Inspirierendes oder Ästhetisches an Kunstexponaten zu sichten oder, sollte dies nicht der Fall sein, mich zumindest der Schönheit der Kunstschaffenden selber zu erfreuen. Vor meinem geistigen Auge sah ich jedenfalls allesamt junge, knackige, bärtige, gutgekleidete Hipstermänner mit Manbun, die Kunst ausstellen oder sich ansehen und mit denen man ein interessantes, unverbindliches Gespräch anfangen kann. Leider wurden meine Erwartungen bitter enttäuscht, die AustellerInnen waren hauptsächlich weiblich und fünfzig aufwärts mit offensichtlich esoterischem Touch. Auch ihre Kunst deckte sich nicht im Entferntesten mit meinem Geschmack. Was soll ich sagen, das Leben ist kein Ponyhof. Aber die Enttäuschung fand rasch Linderung in Form eines noch warmen Roggenbrots von der Bäckerei meines Vertrauens, die sich zu meinem Glück ebenfalls in der Markthalle befindet. Und so spazierte ich wohlgenährt und zufrieden zurück nach Hause und erfreute mich der Gaumenfreude und meiner neuen Schuhe, die ich gestern für sagenhafte 15 Franken (!) auf dem Flohmarkt erstand und die mir zu meinem Entzücken passen wie angegossen. So kam es, dass ich schlussendlich doch noch wie auf Wolken ging, wenn auch nicht wie erhofft auf Wolke 7.

Apropos Kleinkindernahrung – diese Farmer-Riegel habe ich heute auf meinem Spaziergang entdeckt, vegan, bio und gerade noch so geniessbar. Spass beiseite, sie sind gut, aber Roggenbrot ist besser.

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Und hier noch ein paar Aufnahmen von meiner neuesten Schuh-Errungenschaft. Idee und fotografische Umsetzung: Ich, Model: ebenfalls ich. Multitasking at its finest. Man beachte zudem die Farbgebung der Schuhe: Google-Farben! Da fühlt man sich als Trägerin nahezu allwissend.

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Feierabendstrasse! Was für ein GENIALER Strassenname, ich bin über alle Massen begeistert und würde am liebsten sofort umziehen, nur der Adresse wegen.

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Jugend im Zwiespalt, entdeckt in einem „Gratis zum Mitnehmen“-Stapel im Quartier. Ein zeitloses Thema.

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