Lieber Herbst, heute rauche ich eine Friedenspfeife mit dir

Der Sommer pfeift langsam aber sicher aus dem letzten Loch und es beunruhigt mich zutiefst. Ich bin noch nicht bereit, meiner liebsten Jahreszeit Adieu zu sagen (auch wenn ich demnächst in die Ferne und die Wärme fliege – bis dahin ist der Herbst hier bestimmt in vollem Gange, HILFE). Man rette mich schnellstens!

Ich neige dazu, mich gegen Ende des Sommers über alles, was Herbst und Winter mit sich bringen, lauthals zu beschweren. Die Tage werden kürzer! Die Temperaturen fallen schier ins Unermessliche! Es gibt kein Sommerobst- und Gemüse mehr! So mühsam! So doof! Die sonnige Vera weicht dem Herbst-Räf. Nur habe ich eigentlich gar keine Lust darauf, ein Räf zu sein. Wenn die Sonne draussen nicht mehr so häufig scheint, sollte sie in mir doch umso mehr scheinen. Ausserdem: Auszurufen wie ein Wald voller Affen macht das Eintreffen des Herbsts weder ungeschehen noch besser. Daher hier eine Aufzählung der positiven Aspekte des Herbsts zur eigenen Gemütsaufhellung:

  1. Es dunkelt abends früher ein und wird morgens später hell. Jawohl, das kann man auch positiv sehen! Und zwar gleich aus zwei guten Gründen. Erstens erlebt man so deutlich mehr Sonnenauf- und Untergänge und kann sich zweimal täglich am schönsten rosanen Himmel erfreuen. Im Hochsommer hätte man zumindest einen davon mit ziemlicher Sicherheit verschlafen. Und zweitens kann ich ENDLICH in Ruhe rappen, singen und philosophische Selbstgespräche führen, während ich meine zehn Kilometer zur Arbeit radle. Das tue ich nämlich fürs Leben gern, nur habe ich mich am helllichten Tag nicht so dafür. Im Schutze der Dunkelheit hingegen sieht niemand mein Gesicht so genau und hören tun mich die anderen Verkehrsteilnehmer ohnehin nicht, da sie sich bei fallenden Temperaturen allesamt in ihre Autos verkriechen.
  2. Es ist weniger warm. Da staunt die Mannschaft, tatsächlich kann man auch diesem Umstand etwas positives abgewinnen! Und zwar kann endlich wieder Sport betrieben werden, ohne dass man nach der ersten Übung im eigenen Schweiss badet. Ich schwitze nämlich äusserst ungern und dummerweise äusserst schnell, was reguläre Yogastunden im Sommer des Öfteren in unfreiwillige Hot Yoga Stunden verwandelte. Damit ist jetzt Schluss.
  3. Die lieben Vögelein verlassen in Scharen die Stadt. Ich finde es wunderschön und faszinierend anzusehen, wie sie so nahe beieinander und ohne klar ersichtlichen Anführer so perfekt koordiniert durch die Lüfte schweben und niemals zusammenstossen. So reibungslos könnte der Mensch wohl niemals in einer Gemeinschaft funktionieren… Zudem ruft der Anblick einer Vogelschar, die gen Süden zieht, immer gehörig Fernweh in mir hervor, was in diesem Fall nur gut sein kann, da ich bald ebenfalls in Richtung wärmere Gefilde abschwirren werde (und zwar alleine, typisch Mensch der Eigenbrötler) und man niemals genug Vorfreude verspüren kann.
  4. Es ist Kuschelzeit! Kuschlig weiche Kleidung ist das Trostpflaster schlechthin, wenn es kälter wird. Ich zumindest krame bereits euphorisch meine Kaschmirpullover und Angoramäntel hervor, die mir das Gefühl geben, im geliebten heimischen Bett zu liegen, egal, wo ich gerade anzutreffen bin.  Zudem kann ich mich endlich auch wieder ausgiebig an geschätzte Mitmenschen kuscheln, ohne gleich in Schweiss auszubrechen, siehe Punkt zwei.

Anscheinend hat der Saisonwechsel tatsächlich auch gute Seiten, und zwar (mindestens) deren vier. In diesem Sinne: Happy Herbst, ihr Glitzerwesen!

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