What doesn’t kill you makes you stronger – oder so?

Ok also ich bin hier in Tonsai Beach angekommen und wollte mir ein Bett im einzigen Hostel in der Nähe buchen, nur leider hatten die keinen Platz mehr (ich habs nicht vorher online gebucht weil man nur vor Ort buchen kann). Also hab ich halt was vergleichbar günstiges für die Nacht gesucht und bin dann auf diese Bungalows gestossen, die sogar günstiger waren als die Betten im Hostel, 200 Baht pro Nacht, was mich eigentlich schon hätte stutzig machen müssen. Ich habe mir den Bungalow bei Tageslicht und schönstem Wetter zeigen lassen, natürlich ist er etwas schäbig, was anderes kann man bei dem Preis ja auch nicht erwarten. Die Toilette spült man von Hand, indem man aus einer Tonne Wasser schöpft und in die Toilette kippt, und die Dusche ist eigentlich einfach ein Schlauch. Durch die Ritzen zwischen den Brettern kann man den Boden sehen und das Moskitonetz ist voller Löcher. Ach ja, der Strom wird auch erst nach sechs Uhr abends angestellt, was eigentlich gerade dann wäre, wenns dunkel wird. Aber eben – EIGENTLICH. Alles kein Problem für mich, dachte ich mir im Moment der Besichtigung, man ist schliesslich unkompliziert und anspruchslos auf Backpacker-Reisen, wer kein Geld hat, beisst halt manchmal nicht in den süssesten Apfel. Also hab ich mir den Bungalow für die Nacht gemietet und jetzt ist es halb sechs Uhr abends, es schüttet draussen wie aus Kübeln und es donnert und blitzt und da das Dach aus Blech ist, ist es drinnen laut wie Sau. Ausserdem ist es durch das Unwetter bereits dunkel, das heisst ich habe im Dunkeln «geduscht» (sprich: mit dem Schlauch abgespült) und danach mit der Handy-Taschenlampe mein Zeug zusammengesucht. Jetzt sitze ich mit Oropax auf dem Bett, so ist der Lärm halbwegs erträglich, und merke gerade, dass das Dach stellenweise undicht ist, glatt! Dann lege ich eben die Wolldecke übers Bett, die werde ich bei der Hitze ohnehin nicht gebrauchen (einen Ventilator oder gar einen AC hats selbstverständlich nicht) und ausserdem stinkt sie auch ein wenig. So bleibt das Bett wenigstens trocken, bis ich schlafen gehe, so zumindest meine Hoffnung. Aber ja. Ich muss sagen, ich bin sehr stolz auf mich gerade :-D. Wer hätte das gedacht! Ich, Vera Marti, kann doch tatsächlich in einem dunklen, triefenden Bungalow ohne WC-Spülung sitzen und hocke nicht zitternd vor Angst vor dem tosenden Gewitter in der Ecke, neinnein, ich nehme die Sache mit Humor und sehe es als wertvolle Lebenserfahrung. Ausserdem kann so ein Sturm ja auch nicht ewig andauern, oder? Hoffe ich zumindest… Ich geh jetzt mal Abendessen holen und hoffe das der Regen aufgehört hat, bis ich zurück bin. Und das Bett noch trocken ist. Hach, was bin ich stark! Ich bin gerade echt stolz auf mich. So unkompliziert und innovativ und optimistisch muss man erst mal sein, das soll mir mal einer nachmachen! Vor allem rückt diese Erfahrungen alle anderen Hostels in ein wahnsinnig gutes Licht, zuvor kam mir nämlich jenes in Ko Lipe etwas schäbig vor, nur weil das Badezimmer schmutzig war und es kein Tageslicht gab in den Zimmern. Was war das für ein Luxus 😉.

Kleines Upate: Es hat tatsächlich aufgehört zu regnen, ich habe beim Abendessen ganz viele knackige Kletterer kennengelernt, Tonsai ist nämlich primär als Thailands Kletterparadies bekannt, und es gefällt mir plötzlich vieeel besser hier. Ach, und das Bett ist auch nicht nass! Nochmals Schwein gehabt 😉

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